Osterbrief aus Mainz: 07/2018

29.03.18

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

 

ostern

 

die Karwoche neigt sich dem Ende zu, und sicherlich sind auch Sie noch im Trubel der Ostervorbereitungen eingespannt. Für mich brachte die Woche ebenfalls eine Reihe interessanter Termine und Begegnungen zu den unterschiedlichsten Themen. Gestern durfte ich bei der Mainzer Tafel e.V. mithelfen, und ich muss sagen, dass dies gerade in der Karwoche für mich – und ich denke, auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort – nochmals eine besondere Bedeutung hatte. Der Grundgedanke der Tafel, das Miteinander und das Teilen, könnte mit Blick auf das Osterfest nicht passender sein. Hier erfährt man sozusagen hautnah, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen auf unsere Hilfe angewiesen sind. Ich bin froh, dass es neben den umfangreichen Transferleistungen, die unser Sozialstaat bereitstellt, auch Einrichtungen wie die Tafel e.V. gibt. Beides hat seine Berechtigung, und beides hilft auf ganz unterschiedliche Art und Weise dabei, die Schwächsten in unserer Gesellschaft zu erreichen.

Ich komme immer wieder gerne zur Tafel und zu ähnlichen Einrichtungen und bin jedes Mal von neuem voller Respekt für die Helferinnen und Helfer, deren Engagement keine „Pflichtübung“, sondern eine echte Herzensangelegenheit ist – das spürt man sofort, und das nötigt mir allergrößten Respekt ab.

Ich würde mir wünschen, dass alle Menschen, die die Tafel besuchen, dieses Engagement gleichermaßen wertschätzen könnten. So breit gefächert wie die Gründe, die die Menschen zur Nutzung der Tafel zwingt, ist oftmals auch ihr Verhalten gegenüber den Helfern vor Ort. Neben der überwiegend großen Dankbarkeit gibt es auch Fälle von sehr forderndem Auftreten, das für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine echte, auch emotionale Herausforderung darstellt.

Umso schöner war es für mich zu sehen, dass die Freude am Helfen und der liebevolle, durchaus auch humorvolle und pragmatische Umgang miteinander überwiegen. Man kennt einander und weiß um die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben. Alle Helfer haben sich übrigens sehr darüber gefreut, dass gerade in dieser Woche eine besonders große, hochwertige und reichhaltige Auswahl an Lebensmitteln zusammen kam – eine echte „Ostertafel“ eben.

Nun verabschiede ich mich in die Osterferien und freue mich auf ein Wiedersehen und –lesen im April. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich gesegnete Ostertage und fröhliches Eiersuchen!

 

Ihre Ursula Groden-Kranich

Der ganze Brief als PDF