Brief aus Berlin: 18/2020

30.10.20

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,

Französische Botschaft in Berlin

Französische Botschaft in Berlin

eine sehr fordernde Sitzungswoche liegt hinter mir. Sie begann mit der schockierende Nachricht des plötzlichen Todes von Thomas Oppermann, den ich als Kollegen im Auswärtigen Ausschuss sehr geschätzt habe und dessen Familie mein aufrichtiges Mitgefühl gilt.

Geprägt wurde die Woche leider auch von der neuerlichen Verschärfung der Coronakrise. Ich verstehe den Unmut und die teilweise einsetzende „Corona-Müdigkeit“ der Menschen sehr gut. Umso wichtiger ist es, dass wir, auch auf Drängen unseres Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus, die Debatte über die Maßnahmen in der Pandemie wieder mehr im Plenum des Bundestags führen. Zwar fällt die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen in die Hoheit der Bundesländer, doch unser Föderalismus stößt inzwischen an seine Grenzen. Hier wurden leider auch Chancen vertan! Es ist aber unsere Pflicht als gewählte Abgeordnete, auch in Pandemiezeiten dafür zu sorgen, dass die Rechte und Interessen aller Bürgerinnen und Bürger miteinander abgewogen und im Sinne unseres Grundgesetzes vertreten werden. Daher stehe ich auch weiterhin im engen Austausch mit den verschiedensten Menschen aus meinem Wahlkreis und trage Ihre Anliegen, Ihre Sorgen, Ihre Kritik und gerne auch einmal Ihr Lob nach Berlin.

Über die Anliegen von Frauen aus aller Welt ging es am Mittwoch in einer Debatte zu Feministischer Außenpolitik, in der ich für meine Arbeitsgruppe reden durfte. Richtig ist, dass Frauen von internationalen Problemen und Konflikten oftmals ungleich härter betroffen sind als Männer. Aber es gibt auch viele Beispiele von Außenpolitik für und von Frauen, die mir großen Mut machen. Allen voran die starken Frauen der Opposition, die gerade in Belarus für Demokratie und Freiheit kämpfen. Meine komplette Rede finden Sie hier.

Meine Gedanken sind in dieser Woche auch wieder in Frankreich. Der tiefe Hass, die grenzenlose Aggressivität, die sich in solch grausamen Taten wie zuletzt in Nizza entlädt, muss von den geistlichen Führern und den weltlichen Verantwortlichen in der Türkei und anderen Ländern scharf verurteilt und darf nicht noch vertieft und angefacht werden.

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich auch weiterhin Gesundheit und – das ist fast genauso wichtig – genügend Kraft, Geduld und Humor, damit wir diese schwierige Zeit gemeinsam gut überstehen!

Ihre Ursula Groden-Kranich

Der ganze Brief als PDF

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